Gemeinsam pflanzen und lernen
9. März 2022

Biologieunterricht mal anders: Fünfte Klassen der Freien Schule Köthen packen gemeinsam mit Wimex für den Klima- und Artenschutz an

REPPICHAU/KÖTHEN. Die Natur im wahren Wortsinn begreifen – das haben gut 40 Mädchen und Jungen der Freien Schule Köthen in diesen Tagen gemacht. Warm angezogen  gegen den frischen Wind packten sie tatkräftig mit an bei den ersten Pflanzarbeiten für einen neuen sogenannten Feldgehölzstreifen. Eingeladen hatte Johannes Feuerborn von der Wimex Gruppe die beiden fünften Klassen. Der Agraringenieur kümmert sich um ein Aufforstungsprojekt am Rande des Agrarbetriebes in Reppichau. „Hier geht es unter anderem um eine Maßnahme für den Klimaschutz. Da lag die Bildungspartnerschaft auf der Hand, denn so wird theoretischer Biologieunterricht plötzlich lebendig“, erläutert er. Begleitet von den Klassenlehrkräften Nadine Bendig, Melanie Kammel (Klassenlehrerinnen) und Steffen Kyrian (Geolehrer) legten die Jugendlichen selbst Hand an, vermaßen die richtigen Abstände zwischen den Pflanzen und brachten erste Büsche dann in den Boden. Zuvor erläuterte Johannes Feuerborn den Aufbau des Pflanzguts und zeigte, wie man vorsichtig mit dem empfindlichen Wurzelwerk umgeht. „Die Jungen und Mädchen machten das sehr umsichtig und waren sehr stolz, was sie an dem Vormittag auch sichtbar geleistet haben“, berichtet der Wimex-Mitarbeiter.

3.400 Jungpflanzen für Umwelt und Klima
Das was die beiden Klassen begonnen haben, wird in den nächsten Tagen fortgeführt: Denn der Feldgehölzstreifen soll bald eine Fläche von 5.000 Quadratmetern einnehmen. Rund 3.400 Jungpflanzen werden dort künftig wachsen. Nach den Büschen folgen in Kürze junge Kiefern, Traubeneichen und Winterlinden. Mit dieser umfassenden Pflanzung verfolgt die Wimex Gruppe mehrere Ziele: Zum einen wandeln die Pflanzen Kohlendioxid in Sauerstoff um. „Photosynthese nennt man das – diesen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz haben wir im Biologieunterricht intensiv behandelt“, berichtet Lehrkraft Melanie Kammel .

Außerdem bieten die Pflanzen viel Platz für die Artenvielfalt, denn dort finden viele Vögel und Kleinstlebewesen Unterschlupf. Darüberhinaus bremst der Bewuchs, der zusätzlich durch Kräuter und Gräser eingefasst wird, den Wind in der Ebene der Region aus. „Das schützt auch den Boden vor Erosion und erhält damit dessen Fruchtbarkeit“, zählt der Agrarexperte weitere Pluspunkte auf. Denn bei Wind werden häufig gerade die wertvollen Humusbestandteile des Oberbodens schlicht davongetragen.  Damit die Jungpflanzen gut anwurzeln und dann fleißig wachsen, kümmern sich Mitarbeitende der Wimex Gruppe in den nächsten Jahren: Sie gießen sie regelmäßig und sorgen für den Pflegeschnitt des Kraut- und Grasbewuchs. Zusätzlich hat Wimex noch Sitzstangen als Angebot für Greifvögel organisiert. „Ich hoffe, dass die Mädchen und Jungen im Laufe des Jahres wiederkommen und dann nicht nur frisches Grün an den Büschen vorfinden, sondern auch einen Rotmilan oder Mäusebussard beobachten können“, freut sich Johannes Feuerborn schon jetzt auf künftige Kontakte mit seinen Helferinnen und Helfern von der Freien Schule Köthen.

 

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