Gurken als klimapositiver Genuss
10. Juni 2021

Klimaneutral war gestern: Die Schlangengurken von Bördegarten binden bei der Produktion mehr Kohlendioxid, als bei deren Anbau freigesetzt wird. Dies hat in diesen Tagen das Zertifizierungsunternehmen Fokus Zukunft GmbH & Co. KG mit einem umfassenden Bericht über den Produktfußabdruck für die Gurken aus dem Hightechgewächshaus in Osterweddingen bestätigt. „Nachhaltigkeit ist seit Jahren ein großes Thema für uns. An dieser Stelle haben wir den Erfolg unserer Arbeit mit Daten und Fakten belegt – und wir stellen diese auch den Verbrauchern für bewusste Kaufentscheidungen zur Verfügung“, erklärt Ulrich Wagner, Geschäftsführer der Wimex Gruppe. Das Unternehmen versorgt unter dem Namen Bördegarten den Lebensmitteleinzelhandel in Mittel- und Norddeutschland mit Gemüse und führt ein hochmodernes Gewächshaus vor den Toren Magdeburgs seit rund zwei Jahren unter eigener Regie. Zwischen März und November verlassen dort jeden Tag rund 50.000 Schlangengurken die Hallen in Richtung der Handelspartner. Mit einer Negativemission von 362 Gramm CO2 je Kilo Gurken ist die Bilanz hervorragend. Das Binden von zusätzlichem CO2 („Carbon Capture and Usage“) macht sie also klimapositiv. Damit erspart die Gurkenproduktion von Bördegarten der Umwelt jährlich rund 919 Tonnen des klimaschädlichen Gases. Im Vergleich: Ein Hektar Mischwald bindet rund 13 Tonnen CO2 pro Jahr. Um den gleichen Effekt wie die klimapositive Gurkenproduktion zu erzielen, bräuchte es also rund 70 Hektar Mischwald.

Partner von nebenan

Beim Anbau unter Glas sind die Klimawirkungen des Gemüsebaus sehr stark abhängig vom Energiebezug. Hier punktet Bördegarten mit klimaneutraler Nahwärme aus der Nachbarschaft und mit dem Bezug von Ökostrom. Ebenfalls honoriert die Zertifizierung den Einsatz von Nützlingen und anderen biologischen Pflanzenschutzmaßnahmen. Mit erfasst sind der Bezug von Jungpflanzen, der Einsatz von Düngemitteln und Hilfsstoffen sowie die Aufwendungen für die Eingangslogistik, die das Erhebungsverfahren nach dem Prinzip „cradle-to-gate“ einbezieht. „Uns war wichtig, wirklich alle klimarelevanten Faktoren des Anbaus eines Produktes zu erfassen. Und der Aufwand hat sich gelohnt“, hält Ulrich Wagner fest. Denn nun ist auch dokumentiert, dass jede Schlangengurke, die in Osterweddingen unter hochmodernen Bedingungen geerntet wird, nur etwa 4,5 Liter Wasser zum Wachsen und Gedeihen benötigt. Das ist nur ein Drittel dessen, was beim Anbau im Freiland benötigt wird. Genutzt wird Regenwasser, aufgefangen von den eigenen Dächern und denen des Nachbarn. Auch hier dient der Schulterschluss der Nachhaltigkeit: Rund 35.000 Kubikmeter Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz konnten so durch Regenwasser ersetzt werden.

CO2 aktiv nutzen

Für den letzten Schritt zum klimapositiven Produkt hat Bördegarten sich für eine Industriepartnerschaft entschieden: Ausgewaschenes Kohlendioxid aus Industrieprozessen wird aktiv in das Gewächshaus eingeleitet. Dort unterstützt es die Pflanzen mit gezieltem Einsatz beim Gedeihen. Wer an den Biologieunterricht zurückdenkt, erinnert sich sicher: Eine Pflanze atmet CO2 ein, baut das C-Atom in organische Substanz um und gibt dann Sauerstoff (O2) wieder ab. Diesen gezielten Einsatz hat Bördegarten in Osterweddingen über Monate hinweg erprobt. Bislang kam das Gas mit Tankwagen, das ist in der aktuellen Klimabilanz so berücksichtigt. Doch auch hier steht das Unternehmen nicht still – es geht weiter mit guten Ideen für Nachhaltigkeit. Denn die Vereinbarungen mit einem Betrieb „um die Ecke“ sind bereits getroffen.

 

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